Die Haustür war immer offen. Sein bester Kumpel Tüddel Lüth ging rein und fand ihn angezogen auf dem Bett liegend. Oft hatte Dorsch seine Schippermütze noch auf dem Kopf. "Ey Dorsch, du alte Schlafmütze! Aufstehen!" - Meistens schaffte es Tüddel, ihn wachzurütteln und zum Bus zu schleifen.

Dorsch war natürlich völlig von der Rolle. Bei der Tanke mussten wir ranfahren und er kaufte sich erst einmal 3 Flachmänner mit Rum und 3 Coladosen. Vor dem Auto kippte er genau so viel Cola ab, dass der Inhalt des Flachmanns ganz in die Dose hinein passte. Den Bogen hatte er raus.

Wenn wir auf die Autobahn fuhren, war die erste Dose leer. Die zweite wurde durch das Klappfenster des VW Bus abgegossen und nach der dritten war Dorsch einigermaßen genießbar. Der Arbeitstag konnte beginnen. Dieser Zirkus kostete uns jeden Morgen mindestens eine Viertelstunde. Aber wir mochten ihn.

Um 9 Uhr "öffnete der Imbiss. Dann schwang Dorsch sich auf sein klappriges Fahrrad um die 2. Ladung Flachmänner zu besorgen. Und natürlich die Bildzeitung! Niemand durfte in seine Bildzeitung auch nur einen Blick werfen. "Meine Bildzeitung ist keine Hure."

Freitag Nachmittag, wenn richtig Hochbetrieb herrschte, verdünnisierte er sich für mindestens eine Stunde: "Lotto machen!" Natürlich waren die Kollegen alle sauer, zumal, wenn er davor gerade sein kleines Mittagsschläfchen auf der Toilette gehalten hatte.

Aber mit seinem unvergleichlichen Dorsch-Charme brachte er uns alle zum Schweigen. "Nun regt euch mal nicht künstlich auf hier! Ist sowieso mein letzter Tag heute. Morgen werde ich den Jackpot knacken und dann ist daddeldu hier, auf Nimmer-Wiedersehen! Am Montag komm ich nämlich nicht, damit das mal klar ist!"

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Detlef Cordes:
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