Else stand den ganzen Tag hinter den Vorhängen und guckte, was auf der Strasse passierte.
Sie war die einzige, die sich beschwerte, wenn die Kinder beim Spielen auf der Strasse zu laut waren.
Else klopfte dann von innen ans Fenster und drohte ihnen mit dem Zeigefinger.
Als ihr Enkel geboren wurde, ging Stephan mit seiner Großmutter zu Oma Else um das neue Baby anzugucken. Das war nicht sehr aufregend. Else sagte: "Wir sind die ärmsten Leute von Appelhoorn. Wir haben noch nicht mal Holz zum Heizen."
Wenn das Pferdefuhrwerk kam, um dem Sägewerk Holz zu bringen, ließen die Pferde meistens auf der Strasse ihre Äpfel fallen. Sofort schoss Else aus dem Haus und nahm den Pferdemist auf ihr Kehrblech. - "Für die Erdbeeren".
Ihr Sohn war Bahnbeamter, Schrankenwärter an einem kleinen Feldweg, wo kaum mal jemand die Schienen überquerte. Er schlurfte immer in seinen Hauspuschen zur Arbeit. Meist war die Uniformjacke offen. Er trug ein weißes Unterhemd darunter.
Später wurde seine Schranke vom nächsten Schrankenwärterhaus mitbedient. Es gab eine Rufsäule, da drückte man und sagte "Schranke bitte öffnen". Auf der anderen Seite der Schienen rief man "Danke" in die Rufsäule. Manchmal sagte der Schrankenwärter dann "Bitte", aber meistens wurde die Schranke wortlos wieder herunter gekurbelt.
Für die Kinder war es aufregend, dass sie über die Rufsäule einen wehrlosen Erwachsenen ärgern konnten. Sie beschimpften den Schrankenwärter und sagten "Blödes Arschloch" zu ihm.
Dann bölkte er zurück, dass der kleine Lautsprecher der Rufsäule nur so fetzte. Sie liefen immer schnell weg, weil sie Angst hatten, dass die Bahnpolizei kommen würde.
Elses Sohn hatte zu der Zeit schon bei der Bahn aufgehört und bei Tengelmann angefangen.
Warum hat er das bloß gemacht? Er war doch Beamter! Da ist bestimmt was vorgefallen!